Herzlich willkommen

Denn du, Herr, bist der Geringen Schutz, der Armen Schutz in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze.
(Jesaja 25,4)

Liebe Leserinnen und Leser,

immer schon haben Herrscher die Zeit vereinnahmen wollen. Man kann kaum zählen, wie viele Staaten „ewig“ oder 1.000 Jahre bestehen sollten.

Der Monat August z.B. hat seinen Namen vom Kaiser Augustus (Cäsars Adoptivsohn). Normalerweise hatte der August nur 30 Tage. Also kürzte man den ohnehin kurzen Februar um noch einen Tag. Nun hatte auch Kaiser Augustus einen Monat mit 31 Tagen. Größenwahn ohne Ende. Mit dem August sind schon wieder zwei Drittel des Jahres vergangen. Noch im Alten Testament gab es viele Vergleiche von Gottes Güte und seiner Macht über das Wetter. Und auch wir selbst haben uns das völlig abgewöhnt.

In der Lyrik haben sich nur wenige Künstler dem Thema „Gott und Wetter“ angenommen. Ein besonders demutsvolles aber haben wir von Rainer Maria Rilke.

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

(Herbsttag von Rainer Maria Rilke)

Denn du, Herr, bist der Geringen Schutz, der Armen Schutz in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze. (Jesaja 25,4)

Mit dem Wunsch, dass Sie auch die Schönheiten des Spätsommers wahrnehmen können, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Ihr Pfarrer Wolfgang Selchow


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