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Liebe Gemeindeglieder,

„Wir sind die Neuen.“ So haben wir uns in unserem ersten Gottesdienst an Himmelfahrt hier in Spremberg in der Kreuzkirche vorgestellt. Nun durften wir schon viele von Ihnen kennenlernen. Lernen Schritt für Schritt die Menschen, Straßen, Häuser und Kirchen Sprembergs und der Umgebung kennen. Wir wurden nach Spremberg geschickt. Für uns ist das der sogenannte Entsendungsdienst. Wir wurden von der Landeskirche gesandt. Aber wir haben und durften uns auch dafür entscheiden. Ich kann sagen, dass wir Drei mit großer Freude und viel Elan hier nach Spremberg gezogen sind und ich bin sehr dankbar für die vielen neuen, so netten und offenen Begegnungen mit Ihnen. Ich durfte hier herziehen und mein eigenes Bett und meine eigene Schrankwand mitbringen, selber eine Küche herrichten, den Garten mitgestalten und bepflanzen. Schritt für Schritt, hoffe ich, auch Teil der Gemeinde, wie auch Teil der Stadt zu werden.

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN;
denn wenn's ihr wohl geht, so geht's euch auch wohl.

Jer. 29,7

Im Monatsspruch für den Oktober spricht Jeremia zu den Menschen, die im Exil leben. Er spricht die Weggeführten an. Sie wurden von Jerusalem nach Babel weggeführt. Weg-Führungen: Ohne eigenes Bett. Hals über Kopf aufbrechen. Nur schnell das Nötigste einpacken. Das meiste bleibt zurück. Nichts mit Schritt für Schritt und selber entscheiden, ob ich in diese neue Stadt überhaupt möchte. Die Sicherheit der eigenen vier Wände ist weg. Weit weg. Unerreichbar. Irgendwann ist man dann da. Irgendwo. Der Ort unbekannt, die Menschen fremd. Das ist Leben im Exil. Es scheint nette Menschen zu geben, aber die meisten sind von den Neuankömmlingen genervt. Und dann muss irgendwie der Lebensunterhalt gesichert werden. Arbeit suchen. Wohnung suchen.

In diese Situation hinein übermittelt Jeremia das Wort Gottes: „So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte. Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn's ihr wohl geht, so geht's euch auch wohl.“

„Das Beste“ ist der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft. Der mehr ist als freundlich-distanziertes Nebeneinanderherleben. „Das Beste“ ist der Himmel Gottes auf Erden. Im Himmel auf Erden wird gebaut und gewohnt, ohne Angst oder Neid. Denn die anderen sind Nachbarinnen, Nächste, keine Feinde. „Suchet der Stadt Bestes“ – das wird die Stadt nicht lassen wie sie ist, es wird sie verändern, schöner machen. Wir werden Feste miteinander feiern, unsere Jugend und unser Alter miteinander teilen. Wir erzählen uns gegenseitig unsere Geschichten und wirken Frieden. Das ist „das Beste“, das Gott dem Exil zu geben hat. Eine, in Gottes Sinne, blühende Stadt. Wenn es ihr wohl geht, dann geht es auch uns wohl.

Keinen Tag soll es geben,
an dem wir sagen müssen:
Niemand ist da, der uns schützt.
Keinen Tag soll es geben,
an dem wir sagen müssen:
Niemand ist da, der uns hilft.
Keinen Tag soll es geben,
an dem wir sagen müssen:
Wir halten es nicht mehr aus.
(nach Hanns Dieter Hüsch)

So sei die Liebe Gottes um uns herum und in unserer Stadt.
Ihre Pfarrerin Elisabeth Schulze


Die Evangelischen Kirchen von Spremberg im Überblick