Herzlich willkommen

Womit können wir das Reich Gottes vergleichen?
(Markus 4,30)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben“ – die meisten kennen dieses Lied von Paul Gerhardt aus unserem Gesangbuch (EG 503) und vielleicht hatten Sie ja in den vergangenen Wochen auch schon die Melodie im Kopf oder auf den Lippen. Im Gottesdienst, Seniorenkreis und Frauenhilfe wird es im Sommer gern gesungen. Es entspricht ja auch dem Lebensgefühl vieler Menschen: Wenn die Sonne scheint, dann zieht es einen hinaus in die Natur – für ein paar Stunden, für einen ganzen Tag oder in den Urlaub am Meer oder in den Bergen.

So beschreibt auch Paul Gerhardt in dem Lied die Natur, in der er Gott am Werke sieht: Blumen und Bäume, Vögel und andere Tiere, aber auch Weizen, der uns zur Nahrung dient. Wer könnte da nicht einstimmen: „Ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.“

Doch es bleibt nicht bei der schönen Naturbeschreibung. Paul Gerhardt hat das Lied 1653 gedichtet – fünf Jahre nach Ende der Schrecken des Dreißigjährigen Krieges. Er weiß sehr wohl um die Schattenseiten dieses Lebens und trotzdem kann er ein so schönes Lied schreiben. So vergesse auch ich Not und Schrecken unserer Tage nicht und singe trotzdem dieses Lied.

Doch Paul Gerhardt geht noch weiter. Letztlich ist für ihn alle Schönheit dieser Welt nur ein Vorgeschmack auf Gottes neue Welt, ein Zeichen für Gottes Ewigkeit, ein Gleichnis für die Herrlichkeit Gottes. Da kommt es dann darauf an, dass wir selbst eine gute Pflanze sein können: „Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ́ ein guter Baum und lass mich Wurzel treiben.“ Die Freude an der lieben Sommerzeit erinnert uns daran: Gottes Geist brauchen wir ebenso wie eine tragfähige Verwurzelung, dass unser Leben gut werde.

Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen
Pfarrerin Sabine Ernst


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