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Angedacht – aus den Kirchlichen Nachrichten Dezember 2020 / Januar 2020

Jesu Familie? Schwer zu durchschauen!

Maria, so viel scheint klar, ist die Mutter, denn sie war mit Jesus schwanger und hat ihn geboren. Josef ist der Verlobte von Maria. Josef kümmerte sich – wie man auf dem Bild sieht – hingebungsvoll um das kleine Jesusbaby, während Maria im Wochenbett die Torah studiert.

Also ist Josef der Vater, oder? Zumindest nicht der biologische Vater, denn wir können im Lukasevangelium die private Unterhaltung zwischen Maria und dem Engel Gabriel nachlesen.

Als dieser Maria ihre Schwangerschaft mitteilt, wendet sie ein: „Wie soll das gehen? Ich hatte doch mit keinem Mann Sex!“ Daraufhin bringt der Engel Gott und ihre Heilige Geistkraft ins Spiel:

„Die heilige Geistkraft wird auf dich herabkommen und die Kraft des Höchsten wird dich in ihren Schatten hüllen. Deswegen wird das Heilige, das geboren wird, Kind Gottes genannt werden.“ (Lk 1,35)

Ich versuche diese schrecklich heilige Familie mal zu ordnen.

Maria: die biologische Mutter und in Gottes Pläne eingeweiht.
Josef: kein biologischer Vater, aber der soziale Vater, der sich um das Kind kümmert.
Die heilige Geistkraft: wesentlich an der Zeugung beteiligt.
Gott: der dritte Elternteil, dessen Elternschaft zeitlebens angezweifelt wird.
Jesus: wunderbarer Mensch und Gotteskind, das von dieser Heiligen Patchwork-Familie behütet heranwächst.

Weihnachten – das Fest der Familie.

Ich schaue auf diese Heilige Familie und denke: Familie? Das geht doch nur in der Mehrzahl!

Genauso wie die Heilige Familie einmalig und besonders ist, so ist jede Familie einmalig und besonders.

Familie ist da, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.

Wo Menschen alleine oder zu mehreren erziehen – lesbisch, schwul, bi oder hetero. Wo ein, zwei, viele Elternteile präsent sind. Wo Menschen trans oder cis sind. Wo Menschen ihre Eltern pflegen oder mit ihrer Wahlfamilie Karten spielen. Wo Menschen Weihnachten nicht allein feiern oder gerade an diesem Tag für sich sein wollen.

„Alle Dinge sind möglich bei Gott.“ (Lk 1,37)

Jesus kommt. Zu uns. So wie wir sind und werden.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Advent und ein behütetes Weihnachtsfest mit Ihrer einmaligen, besonderen und gesegneten Familie!

Pfarrer Lukas Pellio


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