Gott spricht: „Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.“
5. Mose 26,11
Liebe Gemeinde,
dieser Vers wirkt auf den ersten Blick vielleicht überraschend, wenn wir ihn im Licht der bald beginnenden Passionszeit betrachten. Fröhlich sein – passt das zu Wochen der Stille, der Besinnung und des Gedenkens an Jesu Leiden, die vor uns liegen? Oft verbinden wir die Passionszeit mit Ernst, mit Verzicht und mit Nachdenklichkeit. Doch die Freude, von der hier die Rede ist, steht dazu nicht im Widerspruch.
Die Freude, zu der Gott uns im Monatsspruch für den Monat Februar einlädt, ist keine laute oder oberflächliche Fröhlichkeit. Sie ist eine tiefe, dankbare Freude, die aus der Erkenntnis wächst, wie reich wir durch Gott beschenkt sind. Gerade die Passionszeit lädt uns ein, innezuhalten und unser Leben zu reflektieren: Was trägt mich? Wovon lebe ich? Was habe ich empfangen, ohne es mir verdient zu haben?
Wenn wir auf Jesus Christus blicken, der seinen Weg ans Kreuz geht, wird uns das größte Geschenk Gottes vor Augen geführt: seine grenzenlose Liebe zu uns. In der Passion zeigt sich, wie ernst es Gott mit uns ist – so ernst, dass er sich selbst hingibt. Diese Liebe macht nicht leichtfertig fröhlich, aber sie schenkt eine tiefe, dankbare Freude, die auch durch dunkle Zeiten hindurch Bestand hat. Gott hält uns und erinnert uns daran,
dass wir nicht aus uns selbst leben müssen und dass selbst Leid und Schuld nicht das letzte Wort haben. Fröhlich sein über alles Gute heißt dann: bewusst wahrnehmen, was Gott schenkt – und daraus Kraft schöpfen für den Weg, der vor uns liegt.
Ric Reinhold