Augustandacht von Vikarin Lena Schlauraff Schäller

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

 – Prediger 4,6

Liebe Geschwister, auf leisen Sohlen nähert sich langsam das Ende der Sommerferien. Und mit Beginn des Septembers kommt bei mir das Herbstgefühl auf. Sicherlich ein Überbleibsel aus der Schulzeit, wo klar war, dass spätestens im September die Sommerferien vorbei sind, meistens natürlich schon davor. Auch die meisten Ausbildungen und Freiwilligendienste starten am 1. September. Ein Start in ein ganz neues Leben – einen neuen Lebensabschnitt.
Im Sommer, wenn die große Urlaubszeit ist, nehmen sich viele Zeit für sich. Verreisen, genießen den Garten, tanken Sonnenschein. Und danach? Da wartet plötzlich der Alltag: die Schule, die neue Ausbildung, ein neuer Dienst, die Arbeit. Sehnsüchtig wandern die Gedanken dann manchmal zurück und ein tiefer Seufzer kommt über die Lippen.
„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind." (Prediger 4,6)
Dieser Spruch steht dieses Jahr über dem September, wie passend für so einen Anfangsmonat. Er ruft uns auf, es ruhig angehen zu lassen. Sich nicht wieder Hals über Kopf in die Arbeit zu werfen, sondern auch mal an sich zu denken. Sich nicht zu überfordern. Es könnte sonst wie das Jagen nach dem Wind sein – eine unmögliche Aufgabe.

Und sogar Gott selbst hat sich diese Ruhe gegönnt. Als Schöpfer nahm er sich immer wieder die Zeit, sein Werk zu betrachten. Er legte sogar einen Ruhetag ein. Diese Welt ist in ihrem Ursprung also nicht Stress, sondern Ruhe. Eine Ruhe, die keinen bestimmten Zweck verfolgt, sondern zu uns gehört, als Teil der Schöpfung. Einfach mal die Seele baumeln lassen. Gönnen Sie sich doch mal einen Moment der Ruhe – am besten gleich jetzt.

1. August 2026
Vikarin Schlauraff Schäller
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